Jakob lässt sich in Ägypten nieder

Es ist sehr interessant, dass Gott trotz allem, was Jakob über das Leben Josefs in Ägypten erfuhr, „des Nachts in einer Erscheinung“ (1 Mo 46,2) mit ihm sprach und ihm darin befahl, das Land zu verlassen. Jakob verlässt das Land der Verheißung, um ausgerechnet nach Ägypten zu gehen – das später mit dem einen Ort in Verbindung gebracht wird, an den Gottes Volk nicht gehen will (5 Mo 17,16).

Lies 1. Mose 47. Welche geistlichen Lehren und Prinzipien können wir in diesem Bericht finden?

„Josef nahm fünf seiner Brüder, um sie dem Pharao vorzustellen. Dieser überreichte ihnen dabei die Siedlungsgenehmigung für das Land, das ihre neue Heimat werden sollte. Aus Dankbarkeit zu seinem Premierminister hätte der Monarch sie gern zu Staatsbeamten ernannt. Aber Josef, der treue Diener Jahwes, wollte seine Brüder vor den Versuchungen bewahren, denen sie am heidnischen Hof ausgesetzt gewesen wären. Deshalb riet er ihnen, dem König offen ihre Beschäftigung zu nennen, wenn er danach fragen sollte. Jakobs Söhne folgten diesem Rat und erklärten dabei auch, dass sie nur als Gäste im Land weilen und keine ständigen Bewohner werden möchten. Damit behielten sie sich das Recht vor wegzuziehen, wann sie wollten. Der König wies ihnen eine neue Heimstatt zu: Wie angeboten gab er ihnen das Land Goschen, ‚im besten Teil Ägyptens‘ (1. Mose 47,6 NLB)“ (WAB 213–214).

In weiser Voraussicht ermutigt der Pharao diese Gastarbeiter nicht, Bittsteller zu werden und von der Großzügigkeit ihres Gastgebers zu leben. Er erkundigt sich nach ihrem „Gewerbe“ (1 Mo 47,3), damit sie sich in ihrer neuen Umgebung besser einleben können. Außerdem ist ihm daran gelegen, ihr Fachwissen zu nutzen. Er schlägt sogar vor, dass sie ihm als „Aufseher über meinen Viehbestand“ dienen (1 Mo 47,6 NLB).

Obwohl Jakob der Ausländer, der Unterlegene, der Fremde ist, steht er dann vor dem Führer des Landes, und der Text sagt: „Jakob segnete den Pharao“ (1 Mo 47,7). Er, der niedrige Fremde, ist derjenige, der den Pharao segnet, den Herrscher des mächtigen Ägypten? Warum sollte das so sein?

Das Verb ‚amad lifney, „stellte … vor“ (1 Mo 47,7), wird normalerweise im Zusammenhang mit Priestern verwendet (3 Mo 14,11). Wenn man bedenkt, dass im alten Ägypten der Pharao den Status des höchsten Priesters innehatte, bedeutet das, dass Jakob in einem geistlichen Sinn höher steht als der höchste Priester Ägyptens, höher sogar als der Pharao selbst.

Wie auch immer unser Stand im Leben ist, was sollte es uns im Umgang mit anderen bedeuten, dass wir „eine königliche Priesterschaft, Gottes heiliges Volk, sein persönliches Eigentum“ sind (1 Ptr 2,9 NLB)? Welche Verpflichtungen bringt unser Glaube mit sich?

18/06/2022

Israel in Ägypten

19/06/2022

Jakob reist zu Josef

20/06/2022

Jakob lässt sich in Ägypten nieder

21/06/2022

Jakob segnet Josefs Söhne

22/06/2022

Jakob segnet seine Söhne

23/06/2022

Die Hoffnung auf das verheißene Land

24/06/2022

Weiterführendes Studium