Mit Gott erlebt

Ich trank mit den Dorfbewohnern

Koo Mingji

Die Dorfbewohner im ländlichen Norden Taiwans schienen kein Interesse an Bibelstunden zu haben. Viele beteten in einer der beiden christlichen Kirchen im Dorf, während andere ihre Zeit mit Alkohol verbrachten. Die Kirchenbesucher mieden die Trinker. Was konnte ich tun?

Ich beschloss, dem Beispiel Jesu zu folgen und mich mit den Trinkern anzufreunden. „Allein die Vorgehensweise Christi wird den wahren Erfolg garantieren. Der Heiland aber begab sich unter die Menschen als einer, der Gutes für sie wünschte. Er bewies sein Mitgefühl für sie, half ihren Nöten ab und gewann ihr Vertrauen. Erst dann gebot er ihnen: ‚Folgt mir nach.‘“ (SGA 106).

Ich beschloss, mit den Dorfbewohnern zu trinken. Schließlich erklärte Paulus in seiner kraftvollen Beschreibung, wie man ein effektiver Missionar ist, in 1. Korinther 9,19–23: „Ich versuche bei allen Menschen eine gemeinsame Grundlage zu finden, um wenigstens einige von ihnen für Christus zu gewinnen“ (NLB).

Die Trinker hatten kein Problem damit, gemeinsam mit mir zu trinken. Sie wollten mit mir trinken. Aber ich gab ihnen Tee anstatt Alkohol. Nachdem sie reichlich Tee getrunken hatten, hatten sie keinen Platz mehr für Alkohol. Allmählich hörten sie auf, Alkohol zu trinken, und begannen, mit mir die Bibel zu studieren. Ein paar Monate vergingen, und zwei ehemalige Trinker gaben ihr Herz Jesus und ließen sich im August 2019 taufen.

Sechs Monate später ereignete sich eine Tragödie. Einer der frisch getauften Adventisten, ein junger Mann, wurde krank und starb. Sein Tod traf mich schwer, und ich schrie zu Gott: „Warum?“

Kurz nach der Beerdigung kamen die Mutter und der Bruder des verstorbenen jungen Mannes unerwartet zu mir und baten um Bibelstunden. Dann folgten andere Dorfbewohner ihrem Beispiel. Ende 2020 strömten sie und andere Dorfbewohner zu einer eintägigen Gesundheitsmesse, die von der Abteilung für Gesundheitsdienste der Adventgemeinde in Taiwan organisiert worden war. Am Tag nach der Messe ließen sich fünf Dorfbewohner taufen.

Gott hat unendliche Barmherzigkeit und Mitgefühl, und er hat für jeden Menschen auf der Erde einen Weg der Errettung vorbereitet. Der Herr sagt: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege“ (Jes 55,8). Alle Ehre gebührt unserem Gott!

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