Heute habe ich dich gezeugt

Hebräer 1,5 berichtet die folgenden Worte des Vaters an Jesus: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt“. Was bedeutet es, dass Jesus „gezeugt“ wurde, und wann geschah das? Zeigt dies nicht, dass Jesus irgendwie und irgendwann in der Vergangenheit von Gott geschaffen wurde, wie viele glauben?

Lies Hebräer 1,5; 2. Samuel 7,12–14; Psalm 2,7 und Lukas 1,31–32. Welche Verheißung an David bezog Paulus im Hebräerbrief auf Jesus?

Jesus wurde in dem Sinne gezeugt, dass er von Gott als der verheißene Herrscher, der Sohn Davids, eingesetzt oder „adoptiert“ wurde. Das Konzept der göttlichen Adoption des Herrschers war in der griechisch-römischen Welt und im Osten weit verbreitet. Sie verlieh dem Herrscher Legitimität und Macht über das Land.

Gott versprach David jedoch, dass sein Sohn der wahre, legitime Herrscher der Nationen sein würde. Er würde Davids Sohn als seinen eigenen Sohn „adoptieren“. Durch diesen Prozess würde der davidische König Gottes Schützling und sein Erbe werden. Der Bund ist durch Jesus als Sohn Davids erfüllt. Gott würde seine Feinde besiegen und ihm die Nationen als sein Erbe geben (Ps 89,28; 2,7–8).

Wie wir in Römer 1,3–4 und Apostelgeschichte 13,32–33 lesen können, wurde Jesus öffentlich als Gottes Sohn offenbart. Jesu Taufe und Verklärung waren Momente, in denen Gott Jesus als seinen Sohn identifizierte und bekanntmachte (Mt 3,17; 17,5).

Doch laut dem Neuen Testament wurde Jesus, als er auferstanden war und zur Rechten Gottes saß, zum „Sohn Gottes in Kraft“. In diesem Augenblick erfüllte Gott seine Verheißung an David, dass sein Sohn als Gottes eigener Sohn angenommen und sein Thron über den Nationen für immer errichtet werden würde (2 Sam 7,12–14).

Somit war Cäsar (das Symbol Roms) nicht der rechtmäßige „Sohn Gottes“, der Herrscher über die Nationen. Stattdessen war es Jesus Christus. Die „Zeugung“ Jesu bezieht sich auf den Beginn der Herrschaft Jesu über die Nationen, und nicht auf den Beginn seiner Existenz, denn Jesus existierte schon immer. Es gab nie eine Zeit, in der Jesus nicht existierte, denn er ist Gott.

Tatsächlich heißt es in Hebräer 7,3, dass Jesus „weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens“ hat (vgl. Hbr 13,8), weil er ewig ist. Die Vorstellung von Jesus als „eingeborenem Sohn Gottes“ befasst sich also nicht mit der Natur Christi als Gottheit, sondern mit seiner Rolle im Heilsplan. Durch die Inkarnation erfüllte Christus alle Verheißungen des Bundes.

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