Lehrerteil

Schlüsseltext: 1. Korinther 10,3–4; 5. Mose 1,30

Studienschwerpunkt: 5. Mose 1–3; 2. Mose 32,29–32; 4. Mose 14; Epheser 3,10; 1. Mose 15,1–16; Johannes 14,9

TEIL I: ÜBERSICHT

Entsprechend der Bundesstruktur des Buches beginnt Moses Rede mit einer „Präambel“ (5 Mo 1,1–5), die zwei Funktionen hat. Erstens signalisiert sie die Art des Buchinhalts, was durch die Formulierung „Dies sind die Worte“ (5 Mo 1,1) ausgedrückt wird. Diese „Worte“ beziehen sich nicht nur auf die Worte von Mose als Prophet und Führer Israels, sondern auch auf die „Worte“ Gottes, seine Gebote (vgl. 4 Mo 36,13), die Mose später erklären wird (5 Mo 1,5), und auf das Handeln Gottes in den Ereignissen der Erlösungsgeschichte. Zweitens werden Ort und Zeit des letzten Zeugnisses von Mose an sein Volk bestimmt: „jenseits des Jordans“ (5 Mo 1,1), das heißt in Transjordanien, gegenüber dem verheißenen Land (4 Mo 36,13), und „im vierzigsten Jahr“ (5 Mo 1,3), das heißt im letzten Jahr der Wanderung Israels in der Wüste.

Nach der „Präambel“ folgt ein historischer Prolog, der die historischen Ereignisse Revue passieren lässt, aus denen Mose Lehren für sein Volk zieht.

Themen der Lektion

  • Erinnern und hoffen
  • Gott kämpft für euch
  • Gott erfüllt seine Worte
  • Gnade und Gerechtigkeit

TEIL II: KOMMENTAR

Moses geschichtlicher Rückblick umfasst die drei Hauptereignisse der Reise der Israeliten, den Bund Gottes mit seinem Volk am Horeb (5 Mo 1,6–18), die Rebellion des Volkes in der Oase Kadesch-Barnea (5 Mo 1,19–46) und schließlich die Eroberung des verheißenen Landes (5 Mo 2,1–3,29).

Gott schließt einen Bund am Horeb (5 Mo 1,6–18)

Der Horeb ist der Ort der Erscheinung Gottes. Horeb und Sinai beziehen sich auf denselben Ort, den Berg, an dem Gott sich Israel offenbarte, einen Bund mit dem Volk schloss und ihm sein Gesetz gab (2 Mo 3,1). Mose betont die enge persönliche Bindung zwischen Israel und Gott, der „der HERR, unser Gott“ genannt wird (5 Mo 1,6), ein im 5. Buch Mose oft verwendeter Titel. Mose erinnert sein Volk an die Aufforderung Gottes, weiterzuziehen: „Ihr seid lange genug an diesem Berge geblieben“ (5 Mo 1,6).

So wichtig dieser große Moment der Anbetung auch war, Gott war der Meinung, es sei an der Zeit zu handeln. Der Gott Israels ist nicht der Gott der Klöster. Er ist nicht der Gott bloßer Gebete und Meditation; er ist auch der Gott, der sein Volk drängt, loszuziehen und das Land in Besitz zu nehmen, das den Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob versprochen worden war (5 Mo 1,8; vgl. 1 Mo 12,7). Deshalb wird Gott „der HERR, der Gott eurer Väter“ genannt (5 Mo 1,11). Dieses Ereignis wird also als Erfüllung von Gottes Worten dargestellt. Der Gedanke wird durch Moses Hinweis auf die Beschaffenheit des Volkes verstärkt, das sich nun tausendfach vermehrt hat und „wie die Menge der Sterne am Himmel“ geworden ist (5 Mo 1,10), ein Wunder, das ebenfalls das Ergebnis von Gottes Verheißung ist (vgl. 1 Mo 15,5; 22,17). Diese Aufgabe erfordert nicht nur die schwere Pflicht, sich auf Krieg vorzubereiten, sondern auch die Notwendigkeit, sich als Nation zu organisieren; sie müssen sich weise (5 Mo 1,13) und gerechte Richter geben (5 Mo 1,16).

Fragen für das Gespräch und zum Nachdenken

Warum wird Gott der „Gott eurer Väter“ genannt? Wie wichtig ist das Gedenken an die Väter in unserer heutigen Religionsausübung? Deutet dieser Titel auf einen Glauben hin, der sich nur auf die Vergangenheit konzentriert? Wenn nicht, warum nicht?

Die Rebellion des Volkes in Kadesch-Barnea (5 Mo 1,19–46)

Mose beschreibt diese Gegend als den Ort, den „uns der HERR, unser Gott, gibt“ (5 Mo 1,20). Beachte die Verwendung eines Partizips, das die Aktualität und Gewissheit der Gabe Gottes betont. Mose erinnert Israel daran, dass sie, das Volk, trotz der Ermutigung durch Gott (5 Mo 1,20–21) und der Zusicherung, dass Gott für sie kämpfen würde, wie er es in Ägypten getan hatte (5 Mo 1,30; vgl. 2 Mo 14,14), zweifelten, Angst hatten und sich weigerten, Risiken einzugehen (5 Mo 1,32). Sie begingen zwei Fehler.

Erstens schickten sie Kundschafter aus, um die Stärke der Einwohner einzuschätzen. Als sie sahen, dass die Einwohner des Landes stark und riesig waren, bekamen sie Angst und weigerten sich, hineinzugehen. Zweitens, als die Israeliten verstanden, dass Gott wegen ihres mangelnden Glaubens aufgebracht war, beschlossen sie, auf sich allein gestellt loszuziehen und vermessen ohne Gottes Unterstützung gegen den Feind zu kämpfen. Infolgedessen entging ihnen nicht nur die Gelegenheit, das Land sofort zu betreten, wodurch sie einen großen Verlust erlitten, sondern Gott hatte „geschworen“, dass sie 40 Jahre lang durch die Wüste wandern würden (5 Mo 2,14). Die gleiche Formulierung „schwor einen Eid“ wird mit Bezug auf den Eid verwendet, den Gott ihren Vätern schwor. Das Datum des „vierzigsten Jahres“ ist ironischerweise eine weitere Erinnerung an Gottes Erfüllung seines Wortes. Mose benutzt all diese Ereignisse, um Israel an Gottes Verheißung zu erinnern, und auch, um sein Volk vor der Überquerung des Jordan warnend darauf hinzuweisen, dass es eine Lektion aus der Vergangenheit lernen müsse, damit es seine Zukunft sichern könne.

Fragen für das Gespräch und zum Nachdenken

Welche Glaubenslektion ist in Moses wiederholten Worten, dass „der Herr für euch kämpfen wird“, enthalten? Inwiefern erklären diese Worte die Methode der Eroberung, die Gott für sein Volk im Sinn hatte? Warum versagten die Israeliten, als sie allein in den Kampf zogen?

Die Eroberung des verheißenen Landes (5 Mo 2,1–3,29)

Nachdem sie eine lange Zeit in Kadesch-Barnea verbracht hatten, wandten sich die Israeliten, das Volk Israel, wieder nordwärts in Richtung des verheißenen Landes, aber sie eroberten das Land nicht sofort. Interessant ist, dass sie zunächst Völker und Länder passieren mussten, die nicht in Gottes Verheißung an sie enthalten waren, wie Edom, Moab und Ammon, und dass sie diese deshalb nicht angriffen. Während sie 40 Jahre lang „durch diese große Wüste“ zogen, erlebten sie, wie sehr Gott sie beschützte und für sie sorgte (5 Mo 2,7). Erst am Ende der „rebellischen Generation“ begann Israel mit der Inbesitznahme des Landes. Einer nach dem anderen wurden die kanaanitischen Feinde besiegt und ihres Landes beraubt. Dann nahmen die Israeliten das Land in Besitz, und die Aufteilung wurde organisiert.

Das Problem der Eroberung

Die biblische Erzählung über die Eroberung des Landes konzentriert sich im Wesentlichen auf die Siege, ohne direkt auf die heiklen und komplexen ethischen Probleme einzugehen, die mit diesem Prozess verbunden sind. Der biblische Text liefert jedoch eine Reihe von Hinweisen und Prinzipien, die helfen, dieses Problem anzugehen:

  • Gott gibt: Gott ist der Eigentümer und Geber des Landes. Dieses Prinzip wird mehrmals bekräftigt (5 Mo 1,8.20.25.35). Den Israeliten ist also nicht das ganze Land gegeben worden. Gott hat einige Teile des Landes an Edom, als Nachkommen Esaus (5 Mo 2,5), und an Moab und Ammon, als Nachkommen Lots (5 Mo 2,9.19), vergeben.
  • Gott nimmt: Gott gab das Land nicht der rebellischen Generation der Israeliten, die 40 Jahre lang durch die Wüste wanderte. Beachte, dass nicht einmal Mose in der Lage war, das Land zu genießen, weil auch er dabei versagte, Gott zu vertrauen (5 Mo 3,27). Gott nahm das Land den Amoritern weg, weil ihr Maß an Sünden voll war (1 Mo 15,16). Die Verhinderung des Einzugs der Israeliten in das Land und ihr Tod in der Wüste sind als Folge des Gerichtes Gottes zu verstehen, wie auch die Vernichtung oder Vertreibung der Kanaaniter aus dem Land.
  • Gott kämpft: Dieser Grundsatz, der gegenüber Josua noch einmal wiederholt wird (5 Mo 3,22), deutet darauf hin, dass Gott in der Tat der beabsichtigte Urheber dieses Gerichtshandelns war. Beachte, dass das Gericht, das die Ausrottung des Bösen beinhaltet, auch ein Akt der Gnade für das Volk Gottes ist.

Eschatologische Perspektive

Beachte Ellen Whites eschatologische und messianische Anwendung von Abrahams prophetischer Vision der Eroberung des verheißenen Landes in 1. Mose 15,16–18: „Er [Abraham] hörte Gottes Stimme, die ihn wissen ließ, dass er nicht mit dem sofortigen Besitz des versprochenen Landes rechnen dürfe. Gott wies ihn auch auf die lange Leidenszeit hin, die seine Nachkommen überstehen müssten, bevor sie Kanaan in Besitz nehmen könnten. Gott offenbarte ihm auch den Erlösungsplan, den Tod von Christus und dessen zweites Kommen in Herrlichkeit. Schließlich sah Abraham die wiederhergestellte Erde in der Schönheit von Eden, die er für immer in Besitz nehmen sollte als die endgültige und vollständige Erfüllung der Verheißung.“ (WAB 120; Hervorhebung hinzugefügt)

Fragen für das Gespräch und zum Nachdenken

Warum war es für Gottes umfassenderen Erlösungsplan notwendig, dass die Israeliten das Land Kanaan in Besitz nahmen? Warum wird das Land Kanaan in Begriffen beschrieben, die an den Garten Eden erinnern? Warum erfordert die ideale Heiligkeit die völlige Ausrottung des Bösen?

TEIL III: ANWENDUNG

Ein weiser Mann sagte einmal: „Die meisten meiner Sorgen sind nie eingetreten.“ Warum ist diese Überlegung für Christen besonders zutreffend? Angenommen, ihr habt mit einem schwierigen Projekt zu kämpfen und macht euch Sorgen. In welcher Weise hilft euch die Verheißung, dass „Gott für euch kämpfen wird“, um euch euren Sorgen zu stellen? Warum reduziert der Glaube an Gott tatsächlich euer Stresslevel und macht es euch leichter, etwas zu erreichen?

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