Moses Dienst

Überall in der Bibel ist die Gegenwart von Mose spürbar. Und obwohl er erst in 2. Mose 2,2 erwähnt wird, hat er das 1. Buch Mose geschrieben: Gottes maßgebliche und grundlegende Geschichte darüber, wer wir sind, wie wir hierhergekommen sind, warum es so schlimm um uns steht, wie es steht, und warum wir trotzdem hoffen können. Die Schöpfung, der Sündenfall, die Verheißung der Erlösung, die Sintflut, Abraham, das Evangelium – sie alle haben ihre Wurzeln im 1. Buch Mose, und sein Autor war der Prophet Mose. Es ist schwer, den Einfluss adäquat abzuschätzen, den dieser eine Mann – obwohl nicht fehlerlos – dennoch für Gott auszuüben vermochte, weil er Gott liebte und ihm dienen wollte.

Lies 2. Mose 32,29–32, wo das Gespräch zwischen dem Herrn und Mose nach der schrecklichen Sünde mit dem goldenen Kalb berichtet wird. Welche Einsicht vermittelt uns dieser Bericht über Moses Charakter und warum Gott ihn trotz aller Fehler, die er hatte, auf so mächtige Weise gebrauchen konnte?

Obwohl Mose nichts mit der Sünde zu tun hatte, versuchte er, für dieses sündige Volk Fürsprache zu halten und war sogar bereit, stellvertretend seine eigene Seele zu verlieren. Faszinierenderweise bedeutet das Verb in 2. Mose 32,32, wo Mose Gott bittet, „vergib ihnen doch ihre Sünde“, in der Tat „tragen“. Mose – der die Schwere der Sünde verstand und was es kostete, sie zu sühnen, – bat Gott also tatsächlich, ihre Sünde „zu tragen“. Und zwar deshalb, weil dies letztlich der einzige Weg ist, auf dem ihre Sünde, jede Sünde, vergeben werden kann.

Hier haben wir also schon früh in der Bibel einen kraftvollen Ausdruck der Stellvertretung, in dem Gott selbst in der Person Jesu die volle Wucht und Strafe unserer Sünde trägt – Gottes vorherbestimmter Weg der Erlösung der Menschheit, während er den Prinzipien seiner Regierung und seines Gesetzes treu bleibt.

Tatsächlich wird Petrus viele Jahrhunderte später über Jesus schreiben: „der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden“ (1 Ptr 2,24).

In der Zwischenzeit sehen wir Mose in diesem Bericht über ihn und seine Reaktion auf die Sünde in der Rolle des Fürsprechers für ein gefallenes, sündiges Volk – als einen Vorläufer dessen, was Jesus auch für uns tun wird (siehe Hbr 7,25).

Er ist bereit, seine eigene Seele für sein Volk zu verlieren? Denke mehr darüber nach, was diese Worte beinhalten. Was können wir daraus für uns selbst darüber lernen, was es bedeutet, andere wirklich zu lieben?

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