Lehrerteil

TEIL I: ÜBERSICHT

Hattest du jemals das Gefühl, dass die Lasten, die du trägst, einfach zu schwer sind? Hattest du schon einmal das Gefühl, dass dein Stresspegel am Limit ist und du es einfach nicht mehr aushältst? Die Lektion dieser Woche bietet praktische Hilfe, wenn wir an unsere Belastungsgrenze kommen. Ganz gleich, ob unsere Lasten extrem schwer oder relativ leicht sind, Jesus lädt uns ein, zu ihm zu kommen, um Erleichterung zu finden.

Unsere wichtigste Bibelstelle in dieser Woche ist Matthäus 11,28–30: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ Hast du die konkreten, aus jeweils drei Wörtern bestehenden Anweisungen in der Aussage Christi bemerkt? Erstens sagt er: „Kommt zu mir.“ Er ist die Quelle unseres Friedens. Er ist der Ursprung unserer Stärke. Er allein kann uns unsere Lasten nehmen. Er ist wirklich der Einzige, der den überwältigenden Stress, den wir manchmal erleben, tatsächlich lindern kann. Die zweite Drei-Wort-Anweisung lautet: „Nehmt mein Joch.“ Ochsen werden für die Arbeit unter einem Joch zusammengespannt. Wenn wir mit Christus im Dienst für andere vereint sind, wird unsere Last leichter. In der Lektion dieser Woche werden wir uns eingehender damit befassen, was es bedeutet, mit Christus „unter ein Joch gespannt“ zu sein. Die dritte Drei-Wort-Anweisung lautet: „Lernt von mir.“ Jesus trug die Last dieser Welt auf seinen Schultern und lebte doch in einer Atmosphäre göttlichen Friedens. Er war von den Herausforderungen nicht gestresst, denen er sich gegenübersah. In der Lektion dieser Woche werden wir diesen Abschnitt sehr ausführlich behandeln und dabei besonders die Sehnsucht Jesu betonen, dass wir in ihm ruhen und Frieden für Herz und Verstand finden sollen.

TEIL II: KOMMENTAR

Man erzählt sich die Geschichte eines alten Bauern, der einen schmalen alten Feldweg entlangstapfte und einen Sack Kartoffeln auf seinem Rücken trug. Seine Schultern sackten ein; sein Gang war mühsam und schleppend. Es war ein extrem heißer Sommertag, und der Schweiß rann von der Stirn des alten Mannes. Seine Laune besserte sich etwas, als ein Nachbar mit seinem Pferdewagen nahte und den alten Mann fragte, ob er mitfahren wolle. Glücklich kletterte er hinten auf den Wagen. Während der Fahrt bemerkte der Nachbar, dass der Mann noch den Sack Kartoffeln auf dem Rücken trug. Er drehte sich um und sagte zu dem Bauern: „Freund, verschaffe dir etwas Erleichterung. Stell den Sack einfach ab.“ Der alte Mann antwortete schlicht: „Du warst so nett, mich mitzunehmen; das Mindeste, was ich tun kann, ist, meine Last selbst zu tragen.“

Zweifellos ist dies eine erfundene Geschichte, aber sie illustriert den Sinn der Lektion dieser Woche gut. Es ist möglich, dass wir unsere eigenen schweren Bürden auch dann noch tragen, wenn wir zu Jesus gekommen sind. Unser Erlöser sehnt sich danach, uns von dem Stress zu befreien, diese Lasten zu tragen. Er möchte unsere Last tragen. Wir wollen untersuchen, wie wir von den Lasten frei sein können, die oft unsere Freude ersticken.

Komm zu Jesus

Jesus lädt uns ein, zu ihm zu kommen. Was bedeutet das praktisch? Kommen ist eine Willensentscheidung. Kommen impliziert unsere persönliche Entscheidung. Jesus hat jedem von uns Entscheidungsfreiheit gegeben. Er wird unseren Willen nicht beugen. Er wird uns nicht zwingen zu kommen. Er lädt uns gnädig ein. Er gibt uns durch seinen Geist zu verstehen, zu kommen. Aber das Kommen ist unsere Entscheidung. Zu kommen bedeutet, unser Vertrauen und unsere Zuversicht auf seine Fähigkeit zu setzen, die Last zu erleichtern. Wir kommen im Glauben und sind überzeugt, dass er größer ist als das Problem, größer als die Schwierigkeit und größer als die Herausforderung. Ellen White gibt uns diese ermutigende Einsicht weiter: „Seine Einladung lautet: ‚Kommt her zu mir!‘ (Matthäus 11,28a) Wie groß deine Ängste und Anfechtungen auch sein mögen, breite deine Anliegen vor dem Herrn aus! Dein Geist wird gestärkt, damit du durchhalten kannst. Ein Weg wird sich vor dir auftun, damit du von Verlegenheit und Schwierigkeit befreit werden kannst. Je mehr du dir deiner Schwachheit und Hilflosigkeit bewusst bist, desto stärker wirst du in seiner Kraft werden. Je schwerer die Last, desto beglückender ist die Ruhe, wenn du deine Bürde auf den legst, der sie tragen kann.“ (SDL 311)

Mit Jesus unter einem Joch zusammengespannt

Wenn wir zu Jesus kommen, lädt er uns ein, sein Joch auf uns zu nehmen. Diese Worte, die seinen Hörern im ersten Jahrhundert geläufig waren, erscheinen unseren Ohren fremd. William Barclay erklärt in seinem Bibelkommentar zu Matthäus 11,26–28 die Worte Jesu bezüglich des Jochs auf diese Weise: „Es ist die Einladung von Jesus, sein Joch auf unsere Schultern zu nehmen. Die Juden benutzten den Ausdruck Joch für ‚sich unterwerfen‘. Sie sprachen vom Joch des Gesetzes, dem Joch der Gebote, dem Joch des Reiches Gottes, dem Joch Gottes.“ Das Joch Christi auf sich zu nehmen bedeutet, sich seinem Willen zu unterstellen. Wenn das Joch um den Hals des Ochsen gelegt wurde, unterwarf sich das Tier der Anweisung seines Herrn.

Nach Barclay können die Worte Christi eine tiefere Bedeutung haben: „Es kann gut sein, dass Jesus die Worte seiner Einladung von etwas viel näher Liegendem nahm. Er sagt: ‚Mein Joch ist leicht.‘ Das Wort ‚leicht‘ stammt vom Griechischen chrestos, was ‚gut passend‘ bedeuten kann. In Palästina wurden Ochsenjoche aus Holz gefertigt; der Ochse wurde herbeigebracht und seine Maße wurden genommen. Das Joch wurde zunächst grob ausgearbeitet. Dann wurde der Ochse zur Anprobe des Jochs wieder vorgeführt. Nun wurde das Joch sorgfältig angepasst, sodass es gut saß und nicht am Hals des geduldigen Tieres scheuerte. Das Joch wurde für den Ochsen maßgeschneidert.“

Kannst du dir vorstellen, dass Jesus in der Zimmermannswerkstatt von Nazareth Joche anfertigte? Barclay spricht von einer Legende, nach der Jesus „die besten Ochsenjoche in ganz Galiläa herstellte und dass aus dem ganzen Land Männer zu ihm kamen, um die besten Joche zu kaufen, die man sich vorstellen konnte“. Kannst du dir ein Schild über der Tür von Jesu Zimmermannswerkstatt vorstellen, auf dem so etwas steht: „Hier gibt es die besten Joche von ganz Galiläa“?

Das Joch, das Jesus uns um den Hals legt, um uns mit ihm zu vereinen, passt gut. Er wird unser Partner im Dienst und ist mit uns verbunden. Was er meint, ist: „Das Leben, das ich dir gebe, ist keine Last für dich; deine Aufgabe ist maßgeschneidert, damit sie zu dir passt.“ Was immer Gott uns sendet, ist genau auf unsere Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnitten. Oder wie der Apostel Paulus sagt: „Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt.“ (1 Kor 10,13) Verbunden mit Jesus haben wir die absolute Gewissheit, dass er uns stärken wird, um jede Versuchung, Prüfung oder Trübsal, die uns widerfährt, zu ertragen. Die Ruhe, die Christus uns gibt, ist die Gewissheit, dass er an unserer Seite ist, um uns zu befähigen, jede Herausforderung des Lebens zu meistern.

Ellen White fügt hinzu: „Jesus sagte: ‚Nehmt auf euch mein Joch.‘ (Matthäus 11,29a) Das Joch ist ein Werkzeug. Tiere werden für die Arbeit unter ein Joch gespannt. Dieses ist notwendig, damit sie effizient arbeiten können. Mit diesem Beispiel möchte uns Christus zeigen, dass wir zu einem lebenslänglichen Dienst berufen sind. Wir sollen sein Joch auf uns nehmen, damit wir seine Mitarbeiter sein können. Das Joch, das uns zum Dienst auferlegt ist, ist das Gesetz Gottes. Das große Gesetz der Liebe – im Paradies offenbart, vom Sinai verkündet und im Neuen Bund den Menschen ins Herz geschrieben – bindet den menschlichen Arbeiter an den Willen Gottes. Wäre es uns überlassen, den eigenen Neigungen zu folgen und dorthin zu gehen, wohin uns unser Wille führt, würden wir in die Fallstricke Satans geraten und dessen Charakter annehmen. Darum begrenzt uns Gott auf seinen Willen, der hoch, edel und erhaben ist. Er möchte, dass wir geduldig und weise unseren Pflichten im Dienst nachkommen.“ (SDL 311) Sein Joch auf uns zu nehmen bedeutet, sich seinem Willen zu unterstellen, und indem wir uns seinem Willen unterstellen, haben wir die größtmögliche Freiheit und den größtmöglichen Frieden.

Lerne von Jesus

Die letzte der drei Aufforderungen Christi in Matthäus 11,29 lautet „Lernt von mir“. Wenn wir das Leben Christi betrachten, kommt ein vorherrschendes Thema immer wieder durch. Christus war vollkommen dem Willen des Vaters verpflichtet. In Johannes 8,29 sagt Jesus: „Ich tue allezeit, was ihm gefällt.“ In seinem letzten Fürbittegebet in Johannes 17 betet Jesus: „[…] dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir.“ (Joh 17,21) Zwischen Jesus und seinem Vater herrschte ungebrochenes Einssein. Während seines irdischen Lebens nahm sich Jesus nicht ein einziges Mal vor, gegen den Willen des Vaters zu handeln oder zu denken. Selbst in der schwierigsten Zeit seines Lebens übergab Jesus seinen Willen dem Willen des Vaters. In Gethsemane, als das Schicksal der Welt am seidenen Faden hing und Satan das Herz Jesu mit seinen heftigsten Versuchungen bedrängte, betete Jesus: „Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!“ (Mt 26,39) Vollkommener Friede herrscht, wenn unser Herz und unser Denken mit dem Geist Christi eins sind. Wenn, wie das alte Lied sagt, „nichts zwischen meiner Seele und dem Erlöser steht“, dann haben wir Frieden. Sünde stört unseren Frieden. Eine zerbrochene Beziehung zwischen uns und Jesus stört unseren Frieden. Wenn wir zu ihm kommen und seinen Willen tun wollen, wenn wir mit ihm im Dienst zusammengespannt sind, verspricht er uns: „Ihr [werdet] Ruhe finden für eure Seelen.“ (Mt 11,29)

TEIL III: ANWENDUNG

Fällt euch etwas in eurem Leben ein, das euch von einer vollständigen Hingabe an Jesus abhalten könnte? Gibt es irgendetwas, das euch davon abhalten könnte, zu ihm zu kommen? Es gibt viele Menschen, die glauben, dass sie nicht zu Christus kommen können, wenn sie nicht zuerst ihre Sünden bereuen und ihre schlechten Gewohnheiten aufgeben. Die Wahrheit ist, dass wir zu Jesus kommen können, so wie wir sind, mit all unseren Fehlern, gequält von Schuldgefühlen und geplagt von der Schwäche unseres Fleisches. Wenn wir kommen, nimmt er uns mit offenen Armen auf. Er gibt uns das Geschenk der Reue. Er nimmt unser Schuldbekenntnis an. Er nimmt uns als seine Söhne und Töchter auf. Er befähigt uns zur Überwindung. Verbunden mit ihm werden wir neue Geschöpfe in Christus. Versucht in dieser Woche, euren Tag mit diesen beiden Aussagen zu beginnen:

  • Jesus, heute komme ich zu dir. Ich erkenne an, dass du die Quelle meines Friedens, meiner Bestimmung und meiner Freude im Leben bist. Ich unterstelle dir heute meinen Willen und lege dir alle meine Pläne zu Füßen.
  • Jesus, offenbare mir alles in meinem Leben, was nicht im Einklang mit deinem Willen ist. Wo ich Einstellungen, Gefühle, Wünsche und Gewohnheiten habe, die deinem Willen widersprechen, offenbare sie mir bitte. Ich wünsche mir für heute nichts sehnlicher, als dir zu gefallen.

24/07/2021

„Kommt her zu mir ...“

25/07/2021

„Ich werde euch Ruhe geben“

26/07/2021

„Nehmt auf euch mein Joch“

27/07/2021

„Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“

28/07/2021

„Denn mein Joch ist sanft“

29/07/2021

„Meine Last ist leicht“

30/07/2021

Weiterführendes Studium