Statt sich zu verstecken

Lies 1. Mose 3,1–11. Warum fragte Gott Adam: „Wo bist du?“?

Typische Geschichten vom Sündenfall beschreiben die Frucht als Apfel. Aber das steht nicht im Bibeltext. Es waren einfach „die Früchte vom Baum“ (1 Mo 3,3 NLB). Die Art der Frucht spielt keine Rolle. Von diesem Baum zu essen war verboten, weil der Baum für etwas stand. Er stand für die Versuchung, Gott zur Seite zu schieben und zu erklären: „Ich kann das Maß meines eigenen Lebens sein. Ich kann für mich selbst Gott sein. Ich habe die Autorität über das Wort Gottes.“

Und tatsächlich, als die Schlange Adam und Eva dazu brachte, die Frucht des Baums zu essen, kam ihr Leben vom Kurs ab. Und als sie Gott dann in der Nähe spürten, versuchten sie, sich „zwischen den Bäumen im Garten“ zu verstecken (1 Mo 3,8).

Wie seltsam, dass Gott Adam fragte: „Wo bist du?“ Gott wusste sicher, wo er war. Vielleicht stellte Gott die Frage, um Adam und Eva zur Klarheit über das zu helfen, was sie taten – sich verstecken – als Folge dessen, was sie getan hatten. Das heißt, er half ihnen, die traurigen Ergebnisse ihrer Handlungen zu sehen.

Lies Römer 5,11–19, wo Paulus viele Male das, was Adam im Garten Eden tat, mit dem, was Jesus am Kreuz tat, in direkten Zusammenhang bringt. Was sollte uns das darüber sagen, wie Jesus kam, um das ungeschehen zu machen, was Adam tat?

Man könnte sagen, dass der Erlösungsplan Gottes Reaktion auf die Antwort von Adam und Eva ist. Sie verbargen sich vor Gott in Scham und der Schuld ihrer Sünde, und Gott kam, um sie zu retten. Auf unsere eigene Weise haben auch wir das Gleiche getan, und Jesus ist gekommen, um uns zu retten. So könnte auch uns die Frage „Wo bist du?“ gestellt werden. Das heißt, wo bist du, in deiner Sünde und Schuld, in der Beziehung zu Jesus und dem, was er getan hat, um dich daraus zu retten?

Was auch immer christliche Bildung sonst noch beinhaltet – warum muss sie die Tatsache, dass wir uns von Natur aus vor Gott verstecken, beinhalten, ja sogar betonen, und uns dann auf Jesus als Lösung hinweisen?

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

“Wenn die Erlösten in der Stadt Gottes willkommen geheißen werden, hallt die Luft wieder von dem frohlockenden Jubelruf der Anbetung. Der erste und der zweite Adam stehen kurz vor ihrer Begegnung. Der Sohn Gottes wartet mit ausgestreckten Armen, um den Vater unseres Geschlechts zu empfangen: das Wesen, das er schuf, das gegen seinen Schöpfer sündigte und um dessen Sünden willen der Heiland die Zeichen der Kreuzigung trägt. Wenn Adam die Spuren der grausamen Nägel erkennt, fällt er seinem Herrn nicht an die Brust, sondern er wirft sich demütig ihm zu Füßen und ruft: „Würdig, würdig ist das Lamm, das erwürget ist!“ Zärtlich hebt der Heiland ihn auf und bittet ihn, noch einmal seine Heimat in Eden zu schauen, aus der er so lange verbannt gewesen ist. {GK 646.3}

Nach seiner Vertreibung aus Eden war Adams Leben hier auf Erden voller Kummer: Jedes welkende Blatt, jedes Opfertier, jede Trübung in der schönen Natur, jeder Makel an der Reinheit des Menschen erinnerte ihn aufs neue an seine Sünde. Schrecklich war der Schmerz der Reue, als er die überhandnehmende Gottlosigkeit sah und auf seine Warnungen hin die Vorwürfe einstecken mußte, daß er die Veranlassung zur Sünde gegeben habe. Mit geduldiger Demut trug er fast tausend Jahre die Strafe der Übertretung. Aufrichtig bereute er seine Sünde, vertraute auf die Verdienste des verheißenen Heilandes und starb in der Hoffnung auf eine Auferstehung. Der Sohn Gottes machte des Menschen Vergehen wieder gut. Nun wird Adam durch das Werk der Versöhnung wieder in seine erste Herrschaft eingesetzt. — {GK 647.1}”

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31/10/2020

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