Rabbi Jesus

Von allen Kapitelanfängen des Neuen Testaments ist keiner so bekannt wie dieser: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Joh 1,1) Und Johannes 1 führt uns kurz darauf zu dem unvergesslichen Vers: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (V. 14)

Lies Johannes 1,1–14. Was sagen uns diese Texte darüber, wer Jesus war und was er hier auf der Erde tat? Was sollte uns dies über Jesus als das große Vorbild eines Lehrers sagen?

Derselbe Gott, der zu Adam und Eva im Garten und zu Jakob mitten im Nirgendwo sprach, zeigt sich nun als Mensch. Gott, so sagt das Neue Testament, wurde in Jesus personifiziert. Durch Jesus können wir den Willen und Weg Gottes kennenlernen, denn Jesus war Gott.

In dem Kapitel heißt es weiter, dass Johannes der Täufer ein so überzeugender Prediger war, dass selbst religiöse Führer aus Jerusalem vermuteten, er könnte jemand Besonderes sein. Aber er bereitete den Weg für jemanden, der größer als er selbst war. Jemand ganz Besonderes sollte bald erscheinen, und er, Johannes der Täufer, wäre unwürdig, „den Riemen seiner Sandale zu lösen“ (Joh 1,27 EB).

Am nächsten Tag sah er Jesus und erklärte, dass dieser der „Sohn Gottes“ sei. An diesem Tag, und auch einen Tag später, nannte er Jesus „das Lamm Gottes“.

Auch zwei der Anhänger von Johannes dem Täufer beschließen, Jesus nachzufolgen. Und als Jesus fragt, wonach sie suchen, nennen sie ihn „Rabbi – was übersetzt heißt: Lehrer“ (V. 38 EB).

Jesus ist also ein Rabbi, ein Lehrer, aber noch nie gab es einen menschlichen Lehrer wie ihn, denn – noch einmal – er ist Gott. Anders ausgedrückt: Gott stieg in Form eines Menschen zur Menschheit herab, und in dieser Form wirkte er als Rabbi, als Lehrer. Kein Wunder, dass Ellen White Jesus als „den größten Lehrer, den die Welt je gesehen hat“, bezeichnete. (Signs of the Times, 10. Juni 1886) Schließlich war dieser Lehrer Gott.

Davon ausgehend, wer Jesus war – warum ergibt es Sinn, von ihm die besten Methoden zu lernen, wie man geistliche Wahrheit lehrt? Was können wir von Jesus darüber lernen, warum nicht nur das, was wir sagen, wichtig für das Lehren ist, sondern auch das, was wir tun?

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

“Durch die Sünde zerbrach die ungetrübte Beziehung zwischen Mensch und Gott. Hätte es nicht den Erlösungsplan gegeben, wäre die Trennung von Gott endgültig gewesen, und der Weg des Menschen hätte sich im Dunkel der Gottesferne verloren. {Ez 26.1}

Indem Christus sich für uns opferte, stellte er die zerbrochene Beziehung zu Gott wieder her. Zwar war nicht mehr alles so wie am Anfang, denn die Sünde konnte nicht rückgängig gemacht werden. Deshalb kann der Mensch Gott nicht mehr von Angesicht zu Angesicht begegnen, durch Christus aber dennoch Gemeinschaft mit ihm haben und andere auf die Herrlichkeit Gottes aufmerksam machen, die „in Jesus Christus sichtbar wird“. {Ez 26.2}

Im Johannesevangelium heißt es: „Gottes Sohn wurde Mensch und lebte unter uns Menschen. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In Christus sind Gottes Barmherzigkeit und Liebe wirklich zu uns gekommen.“1 Und an anderer Stelle steht: „Von ihm kommt alles Leben, und sein Leben ist das Licht für alle Menschen.“ Jesu Menschwerdung und sein Opfertod waren der Preis, der gezahlt werden mußte, um uns für ein Leben mit Gott „zurückzukaufen“. Sie sind zugleich als Anzahlung für unser ewiges Leben zu verstehen und eine weit höhere Offenbarung des Wesens Gottes, als sie den ersten Menschen im Paradies zuteil wurde. {Ez 26.3}”

“Wir kommen zu Gott, weil er uns besonders dazu eingeladen hat, und er möchte uns sehr gern in seinem Empfangsraum willkommen heißen. Die ersten Jünger, die Jesus nachfolgten, gaben sich nicht mit einer kurzen, auf dem Wege geführten Unterhaltung zufrieden. „Sie sprachen zu ihm: Rabbi, … wo bist du zur Herberge? … Sie kamen und sahen‘s und blieben den Tag bei ihm.“ Johannes 1,38.39. {BL 108.2}

So können auch wir selbst zu der innigsten Gemeinschaft und zum Verkehr mit Gott kommen. „Wer unter den Schirm des Höchsten sich begibt, der weilet im Schatten des Allmächtigen.“ Psalm 91,1. Mögen alle, die den Segen Gottes wünschen, nur anklopfen und im Warten an der Gnadentür sprechen: Du, Herr, hast gesagt: „Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ {BL 108.3}”

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31/10/2020

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