Auf der Flucht

Lies 1. Mose 28,10–17. In welchem Zusammenhang steht diese Geschichte und was lehrt sie uns über Gottes Gnade für diejenigen, die in gewisser Weise auf der Flucht vor ihren Sünden sind?

In seinem Umgang mit dem Rest der Familie beging Jakob mithilfe seiner Mutter eine schreckliche Täuschung, und jetzt bezahlt er dafür. Sein Bruder stößt heftige Drohungen gegen ihn aus, er ist zum Flüchtling geworden und ist nun unterwegs zu seinem Onkel in Haran. Alles ist unsicher und bedrohlich.

Eines Tages trottet Jakob in der Dämmerung und dann in der Dunkelheit vor sich hin. Er ist mitten im Nirgendwo, über ihm nur der Himmel als Dach. Mit einem Stein als Kissen schläft er ein. Aber die leere Bewusstlosigkeit des Schlafes wird bald unterbrochen. Er hat den berühmten Traum, und die Leiter oder Treppe, die er sieht, steht auf der Erde und reicht bis zum Himmel. Engel steigen darauf auf und nieder.

Dann hört er eine Stimme sagen: „Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham.“ (1 Mo 28,13) Die Stimme wiederholt die Versprechen, die Jakob von seiner Familie überliefert bekommen hat. Deine Nachkommen werden zahlreich sein. Sie werden ein Segen für alle Familien der Erde sein. „Und siehe, ich bin mit dir“, fährt die Stimme fort, „und will dich behüten, wo du hinziehst … ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ (V. 15)

Ellen White schrieb davon, dass Paulus viel später „wie einst Jakob in dessen Traum die Himmelsleiter [sah] – ein Sinnbild für Christus, der die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen dem vergänglichen Menschen und dem unvergänglichen Gott wiederhergestellt hat. Der Glaube des Paulus wurde gestärkt, als er sich an die Patriarchen und Propheten erinnerte, die ihr Vertrauen auf den einen Gott gesetzt hatten, der auch seine Stütze und sein Trost war. Für ihn würde er nun sein Leben hingeben.“ (GNA 283)

Jakob erwacht und sagt sich: „Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!“ (1 Mo 28,16) Was hier geschah, war ehrfurchtgebietend. Er würde diesen Ort nie vergessen und er gibt ihm einen Namen. Dann schwört er Gott lebenslange Treue.

Was können wir aus dieser Erzählung darüber lernen, wie Gott versucht, uns in Christus trotz unserer Sünden zu erreichen? Um es noch einmal zu sagen: Warum muss christliche Bildung dieses Prinzip bei dem, was sie lehrt, stets im Blick behalten?

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

“Jakob weiß jetzt, daß er mit dem Engel des Bundes gerungen hat. Obwohl kampfunfähig und heftigste Schmerzen leidend, läßt er seine Absicht nicht fahren. Lange hat er Unruhe, Gewissensbisse und Leid um seiner Sünde willen erduldet; jetzt muß er die Versicherung haben, daß ihm verziehen ist. Der göttliche Besucher scheint ihn verlassen zu wollen; aber Jakob hängt sich an ihn und fleht um seinen Segen. Der Engel drängt: „Laß mich gehen; denn die Morgenröte bricht an.“ Aber der Patriarch ruft aus: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Welches Vertrauen, welche Entschiedenheit, welche Ausdauer werden hier an den Tag gelegt! Wäre dies eine prahlerische, anmaßende Forderung gewesen, Jakob würde sofort vernichtet worden sein; aber er sprach mit der Zuversicht, die der besitzt, der seine Schwachheit und Unwürdigkeit kennt und doch auf die Gnade eines wahrhaftigen Gottes vertraut. {GK 617.2}

Durch Demut, Reue und Selbstübergabe errang dieser sündhafte, irrende Sterbliche die Anerkennung der Majestät des Himmels. Zitternd hatte er sich an die Verheißungen Gottes geklammert, und das Herz der unendlichen Liebe konnte die Bitte des Sünders nicht abweisen. Als Beweis für seinen Sieg und zur Ermutigung für andere, seinem Beispiel zu folgen, wurde sein Name, der an die Sünde erinnerte, geändert, um das Gedächtnis seines Sieges wachzuhalten. {GK 618.1}”

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31/10/2020

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