Mit Gott erlebt

Freiheit in Ruanda gefunden

Lucette N’Diay Mitrac

Ich weiß nicht, warum ich mich freiwillig meldete, um bei der Evangelisation von Total Member Involvement im Mai 2016 in Ruanda zu predigen. Außer mir meldeten sich nur junge Leute, als der Projektkoordinator Duane McKey unsere Gemeinde in Paris zur Teilnahme einlud. Ich war nach einer langen Krankheit schwach, und mein 23-jähriger Sohn hatte kurz zuvor Selbstmord begangen. Aber ich meldete mich und wurde gebeten, statt zu predigen die jungen Leute zu beaufsichtigen.

Nach unserer Ankunft in Nyanza, Ruanda, änderte sich das. Wir trafen uns mit den Pastoren vor Ort. Die baten mich zu predigen. Ich floh in mein Hotelzimmer, ging auf die Knie und betete: „Herr, ich habe noch nie gepredigt. Bitte sprich an meiner Stelle.“

Mit Beginn der ersten Abendversammlung überfluteten mich Kindheitserinnerungen, als ich über die verwandelnde Kraft des Evangeliums sprach. Die Bevölkerung in Ruanda hatte während des Völkermords der 1990er-Jahre schreckliche Vergewaltigungen und Gewalttaten erlitten. Ich hatte ähnliche Prüfungen durchgemacht und sprach aus meinem Herzen. Jedes Mal, wenn ich zur Übergabe aufrief, waren die Menschen bewegt, vor allem Frauen, die vergewaltigt worden waren. Viele kamen nach vorne.

Je mehr ich sprach, desto mehr wurde ich selbst geheilt. Obwohl ich mein Herz viele Jahre zuvor Jesus übergeben hatte, wurde mir klar, dass ich immer noch Groll hegte. Ich wusste, dass Gott mich nicht meiner Kindheit und meiner Mutter beraubt hatte, aber gab ihm trotzdem die Schuld. Mein Stiefvater vergewaltigte mich wiederholt. Ich erzählte es meiner Mutter erst, als ich 13 Jahre alt war. Sie brachte mich zunächst zu einem Gynäkologen und dann zu Familienangehörigen. Ich sah sie nie wieder; mein Stiefvater hat sie umgebracht. Mein leiblicher Vater wollte nichts mit mir zu tun haben. Ich fühlte mich sehr einsam.

Ich fand Heilung in der Bibel. Aber ich liebte mich selbst nicht. Auch wenn die Leute mir sagten, ich sei hübsch, fühlte ich mich innerlich nicht so. In Ruanda verblassten die negativen Gefühle, während ich sprach. Ich wusste, dass nicht ich, sondern Christus predigte. Ich fand Freiheit und nahm die liebevolle Erklärung Christi, dass ich ein wunderbares Geschöpf bin, für mich an.

Insgesamt ließen sich 390 Menschen durch die Evangelisation taufen. Heute bin ich 66 Jahre alt und bin schon oft nach Ruanda zurückgekehrt. Meine ruandischen Freunde sind meine Familie. Sie nennen mich Mama. Ich arbeite dafür, dass viele Menschen zu neuen Geschöpfen in Christus werden.

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