Den Vater offenbaren (Fortsetzung)

In der bewegenden Einleitung zu seinem Evangelium (Joh 1,1–18) spricht Johannes von Jesus als dem ewigen „Wort“. Johannes’ Aussagen über Jesus sind nicht zurückhaltend oder eingeschränkt; sie sind mutig und von kosmischem Ausmaß. Jesus existierte, bevor die Welt entstand – eigentlich von Ewigkeit her. In Wahrheit ist Jesus der Handelnde in der Schöpfung (Joh 1,2–3).

Er ist „das Licht der Menschen“ (Joh 1,4), und als das Wort, das in die Welt gekommen ist, erleuchtet er alle Menschen (Joh 1,9).

Was ist laut Johannes die Folge davon, dass Jesus Mensch wurde? Welches Licht brachte er als „das Wort“? Welche Qualifikationen versetzen ihn dazu in die Lage? Johannes 1,14.18

„Christus, das Licht, erschien, als die Finsternis in der Welt am dunkelsten war.“ (E 74)

„Es gab nur eine Hoffnung für die Menschheit: Dieser Masse von uneinigen und vergänglichen Elementen musste ein neuer Sauerteig beigefügt werden, damit die Menschen die Kraft eines neuen Lebens erhalten und die Erkenntnis Gottes wiedererlangen könnten. Christus kam auf die Erde mit der geballten ewigen Liebe. Er kam, um die Irrlehren und das falsche Bild von Gott zu verdrängen, die diejenigen verbreitet hatten, die behaupteten, ihn zu kennen. Er kam, um das Wesen des Gesetzes Gottes deutlich zu machen und am Beispiel seines eigenen Charakters die Schönheit eines vollkommenen Lebens zu veranschaulichen.“ (E 76)

„Alle Handlungen und Erfahrungen im Leben hielten eine göttliche Lehre bereit und boten den Menschen die Möglichkeit, ihren Weg mit Gott zu gehen.“ (E 81–82)

Jesus sagte: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ (Joh 14,9) In welchem Zusammenhang sagte Jesus das? Warum sagte er es? Joh 14,1–14

Es ist verlockend, die ungeschickte Aussage von Philippus (Joh 14,8) zu kritisieren. Nach Jahren der engen Gemeinschaft mit Jesus versteht er immer noch nicht das Wesentliche der Menschwerdung: dass Jesus gekommen ist, um den Charakter des Vaters zu zeigen. Heutige Lehrer tröstet vielleicht die Tatsache ein wenig, dass einer der Schüler des Meisterlehrers so schlecht abschnitt! Philippus’ Aussage wurde jedoch vermutlich nicht aufgezeichnet, um uns Grund zur Kritik an ihm zu geben, sondern um uns die Möglichkeit einzuräumen, uns selbst zu hinterfragen. Wie lange sind wir schon mit Jesus zusammen? Und haben wir Jesus besser verstanden als Philippus? „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

In der Belehrung, welche Christus durch Gleichnisse erteilte, verfolgte er denselben Grundsatz, wie in seiner ganzen Mission an die Welt. Um uns mit seinem göttlichen Charakter und Leben bekannt zu machen, nahm er unsere Natur an und wohnte unter uns. Die Gottheit wurde in dem Menschen, die unsichtbare Herrlichkeit in der sichtbaren, menschlichen Form offenbart. Da die Menschen Unbekanntes nur durch Bekanntes lernen konnten, wurden himmlische Dinge durch irdische dargestellt; Gott offenbarte sich im Ebenbilde des Menschen. So war es auch mit den Lehren Christi: Unbekanntes wurde durch Bekanntes, göttliche Wahrheiten durch irdische Dinge, mit denen die Menschen am vertrautesten waren, veranschaulicht. {CGl 17.1}

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