Das Gesetz Gottes

Vor Jahren diskutierte Frankreich über die Frage der Todesstrafe: Sollte sie abgeschafft werden? Die Befürworter der Abschaffung kontaktierten den berühmten französischen Schriftsteller und Philosophen Michel Foucault und baten ihn, in ihrem Namen einen Leitartikel zu schreiben. Was er jedoch tat, war nicht nur die Abschaffung der Todesstrafe, sondern die vollständige Abschaffung des gesamten Gefängnissystems und die Freilassung aller Gefangenen zu befürworten.

Warum? Weil für Michel Foucault alle Moralsysteme nur menschliche Konstrukte, menschliche Ideen waren, die von den Machthabern eingesetzt wurden, um die Massen zu kontrollieren. Daher hätten diese Moralvorstellungen keine wirkliche Legitimität.

So extrem seine Position auch sein mag – was wir hier sehen, ist eine logische Folge eines Problems, das so neu nicht ist. Mose beschäftigte sich im alten Israel vor Tausenden von Jahren damit. „Ihr sollt es nicht so halten, wie wir es heute hier tun, ein jeder, was ihm recht dünkt.“ (5 Mo 12,8; siehe auch Ri 17,6; Spr 12,15)

Wenn wir jedoch nicht das tun sollen, was lediglich in unseren Augen recht ist – das heißt, wir selbst sind nicht gerecht, heilig und objektiv genug, um zu wissen, was moralisch korrekt ist –, woher wissen wir dann, was wir tun sollen? Die Antwort lautet natürlich, dass Gott, der uns erschaffen hat, uns auch einen Moralkodex gegeben hat, gemäß dem wir leben sollen. Vielleicht haben wir nicht den klaren Durchblick, aber Gott hat ihn immer.

Was lehren uns die folgenden Verse über moralisches Verhalten? 5. Mose 6,5; Markus 12,29–31; Offenbarung 14,12

Wenn wir die Erlösung in das Zentrum unserer christlichen Weltanschauung rücken, dann muss auch (wie wir letzte Woche gesehen haben) das Gesetz Gottes, die Zehn Gebote, im Mittelpunkt stehen. Denn wovon werden wir erlöst, wenn nicht von der Sünde, die Gesetzesbruch bedeutet (Röm 3,20)? Das Evangelium ergibt wirklich keinen Sinn ohne das Gesetz Gottes. Das ist übrigens ein Grund dafür, dass wir wissen, dass das Gesetz für uns immer noch verbindlich ist, auch wenn es uns nicht retten kann. (Deshalb brauchen wir das Evangelium.)

Daher muss die gesamte adventistische Erziehung das betonen, was Ellen White die „dauerhafte Gültigkeit des Gesetzes Gottes“ nannte (VSL 61), wozu auch der Sabbat gehört. Wenn Bildung dazu beitragen soll, das Bild Gottes in uns so weit wie in diesem Leben möglich wiederherzustellen, dann muss selbst auf der grundlegendsten Ebene das Gesetz Gottes im Licht des Vorbilds Christi als der Moralkodex hochgehalten werden, der uns zeigt, was in den Augen Gottes wirklich richtig ist.

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

Aber Gott war mit teilweisem Gehorsam nicht zufrieden und auch nicht bereit, ein noch so einleuchtend erklärtes Versäumnis zu übersehen. Es steht niemandem zu, von Gottes Forderungen abzuweichen. Er hatte Israel erklärt: „Ihr sollt es nicht so halten … ein jeder, was ihm recht dünkt“, sondern „sieh zu und höre auf alle diese Worte, die ich dir gebiete“. 5.Mose 12,8.28. In entscheidenden Dingen dürfen wir nicht fragen, ob uns daraus Schaden erwächst, sondern ob sie mit dem Willen Gottes übereinstimmen. „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.“ Sprüche 14,12. {PP 617.3}

“Er, der den Menschen schuf, hat auch für seine körperliche, geistige und seelische Entwicklung gesorgt. Deshalb hängt echter Erfolg in der Erziehung ab von der gewissenhaften Verwirklichung der göttlichen Absichten. {PP 578.1}

Das wahre Ziel der Erziehung besteht darin, Gottes Ebenbild in der menschlichen Seele wiederherzustellen. Am Anfang schuf Gott den Menschen zu seinem Bilde. Er rüstete ihn mit edlen Eigenschaften aus. Sein ausgeglichener Geist und alle Kräfte seines Wesens standen im harmonischen Verhältnis zueinander. Aber der Sündenfall und seine Folgen verdarben diese Gaben. Die Sünde hat das Bild Gottes im Menschen entstellt und nahezu verwischt. Um es wiederherzustellen, wurde der Erlösungsplan gefaßt und dem Menschen Gnadenzeit gewährt. Ihn zu der Vollkommenheit zurückzubringen, in der er geschaffen war, ist das große Lebensziel, dem alles andere untergeordnet ist. Es bleibt die Aufgabe von Eltern und Lehrern, bei der Erziehung der Jugend nach Gottes Absicht zusammenzuarbeiten; tun sie das, sind sie „Gottes Mitarbeiter“. 1.Korinther 3,9. {PP 578.2}

Gebrauchen wir die Eigenschaften und Fähigkeiten, mit denen uns der Schöpfer beschenkt hat, zu seiner Ehre und zur Förderung unserer Mitmenschen! Wir finden dann reinste, edelste und beglückendste Erfüllung. {PP 578.3}”

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