Schöpfung und Zeit

Lies 1. Mose 5 und 11. Wie zeichnet die Bibel die Geschichte der Menschheit von Adam bis Noah und von Noah bis Abraham nach?

Es gibt ein Element, das diese Genealogien in der Bibel einzigartig macht: Sie enthalten das Element Zeit, weshalb einige Wissenschaftler sie korrekterweise „Chronogenealogien“ nennen. Sie enthalten einen ineinandergreifenden Mechanismus von Abstammungsinformationen gepaart mit Zeitspannen: „nachdem Person eins x Jahre gelebt hatte, zeugte sie Person zwei. Und Person eins lebte, nachdem sie Person zwei gezeugt hatte, y Jahre und zeugte weitere Söhne und Töchter.“ 1. Mose 5 fügt die wiederkehrende Formulierung hinzu: „Und die Lebenszeit von Person eins betrug z Jahre.“ Dieses ineinandergreifende System hätte es verhindert, dass bestimmte Generationen ausgelassen oder hinzugefügt wurden. 1. Mose 5 und 11 enthalten eine kontinuierliche Abstammungslinie, die in 1. Chronik 1,18–27 bestätigt wird, in der es keine zusätzlichen oder fehlenden Generationen gibt. Auf diese Weise legt sich die Bibel selbst aus.

Seit fast 2000 Jahren haben jüdische und christliche Kommentatoren diese Texte gedeutet, um Geschichte darzustellen und auf akkurate Weise das Datum der Sintflut und das Alter der Erde zu bestimmen, zumindest ab den sieben Tagen der Schöpfung, wie sie in 1. Mose 1–2 dargestellt wird.

In den letzten Jahrzehnten gab es Versuche, 1. Mose 5 und 11 neu zu interpretieren, um längeren Zeitspannen gerecht zu werden, die einige archäologische und historische Daten (von fehlbaren Menschen) vermuten lassen. Dies wirft ernsthafte Fragen bezüglich der Zuverlässigkeit des biblischen Berichts auf.

Aber wenn wir Gottes Vorstellung von Zeit und ihrem Verlauf durch die Geschichte verstehen wollen, müssen wir erkennen, dass diese beiden Kapitel „sowohl historisch als auch theologisch sind und Adam mit dem Rest der Menschheit und Gott mit dem Menschen im Bereich der Reichweiten von Raum und Zeit verbinden. 1. Mose 5 und 11,10–26 bilden den zeitlichen Rahmen und die menschliche Kette, die das Volk Gottes mit dem Menschen verbindet, den Gott als Höhepunkt des sechstägigen Schöpfungsereignisses dieses Planeten erschaffen hat.“ (Gerhard F. Hasel, „The Meaning of the Chronogenealogies of Genesis 5 and 11“, Origins 72,1980, S. 69)

Obwohl diese Texte im Alten Testament aus guten und wichtigen Gründen existieren: Was sagte Paulus in 1. Timotheus 1,4 und Titus 3,9, das wir beachten müssen, wenn wir über solche Texte sprechen?

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

Gott schuf den Menschen nach seinem eigenen Bilde. Hier ist kein Geheimnis. Es gibt auch keinen Grund für die Annahme, der Mensch habe sich aus niederen Formen tierischen oder pflanzlichen Lebens Schritt für Schritt entwickelt. Solche Lehre erniedrigt das große Werk des Schöpfers auf die Ebene enger, irdischer Vorstellungen. Die Menschen sind so sehr darauf bedacht, Gott von der Herrschaft des Weltalls auszuschließen, daß sie lieber sich selbst erniedrigen und um die Würde ihres Ursprungs bringen. Er, der die Sternenwelten schuf, der den Blumen auf dem Felde mit unübertrefflicher Kunstfertigkeit zarte Farben verlieh, der Himmel und Erde mit den Wundern seiner Macht füllte, der versäumte nicht, ein Wesen zu schaffen, das der Hand seines Schöpfers würdig war, damit es auf der schönen Erde herrsche und Gottes herrliches Werk kröne. Die Abstammung unseres Geschlechts, wie sie Gottes Geist uns vermittelt, geht nicht auf eine Reihe von Keimen, Weichtieren und Vierfüßlern zurück, die sich entwickelten, sondern auf den großen Schöpfer. Adam war, obgleich aus Staub gebildet, der Sohn Gottes. Vgl. Lukas 3,38. {PP 20.3}

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