Mit Gott erlebt

Ein neuer Evangelisationsansatz

Andrew McChesney, Adventist Mission

Bist du entmutigt, weil Leute dir die Tür vor der Nase zuschlagen? Machst du dir Sorgen, dass das Buch, das per Massenversand verschickt wird, im Müll landet? Der Student Samuel Naumann hat eine besondere Möglichkeit gefunden, adven­tistische Literatur in Deutschland zu verbreiten – und sie scheint Herzen zu gewinnen.

Samuel baut zusammen mit seinem Vater und Großvater einen mobilen Buchstand in den Innenstädten und auf Festivals auf. Ein Familienmitglied steht ein wenig entfernt und verteilt Gutscheine an Passanten. Diejenigen, die einen Gutschein nehmen, werden an den Stand geleitet, um sich ein kostenloses Buch auszuwählen. „Wir haben viele Reaktionen erhalten“, sagt Samuel, ein 25-jähriger slowenischer Student an der Universität in Leipzig. „Einige kommen wieder und sagen: ‚Ich habe letztes Jahr ein Buch genommen. Es war gut, und ich hätte gern noch eins.‘“ Die Geschenkgutschein-Idee machte in der Freikirche der STA Deutschland die Runde, wo die 35.000 Mitglieder damit zu tun haben, in einem hochsäkularisierten Land mit 83 Millionen Menschen Gott zu verkünden. Samuels älterer Bruder sah ein ähnliches Buchprojekt in einem adventistischen Sommerlager in Polen. Die Polen wiederum brachten die Idee aus der Ukraine mit.

Die Besucher des Standes werden nach ihren Interessen gefragt, während sie die Auswahl aus Dutzenden von Titeln wie Ellen Whites Sieg der Liebe und Vom Schatten zum Licht sowie Gesundheitsbüchern haben. Die Gespräche bieten Gelegenheit, Zeugnis abzulegen, besonders wenn der Besucher ein Buch wählt und sich unweigerlich fragt, ob es wirklich kostenlos ist. Samuel antwortet dann gerne: „Sie können das Buch nehmen. Es ist bereits bezahlt.“ „Wieso?“, fragen Besucher oft. „Es ist wie mit dem Kreuz“, erklärt Samuel. „Jesus hat den Preis dafür bezahlt. Sie müssen es nur annehmen. Das Einzige, was es kostet, ist Ihre Zeit, es zu lesen. Das ist der Preis, den Sie zahlen.“ Die Reaktion auf die Bücher sei weitgehend positiv gewesen, sagt Samuel.

Sein Vater, Steffen, erinnerte sich an einen Gymnasiallehrer, dem Vom Schatten zum Licht so sehr gefiel, dass er um neun zusätzliche Exemplare bat, die er mit seinen Schülern lesen wollte. Ein anderes Mal nahm ein Politiker der Europäischen Union eine Kopie des Buches und las den dicken Band in einer einzigen Nacht. Er kam am nächsten Tag zurück, um nach einem Exemplar für seinen Sohn, einen Journalisten, zu fragen.

Samuel sagt: „Auch wenn ich von keinen Taufen weiß – ich betrachte diesen Dienst als Saat, und jemand anderes wird ernten.“

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