Makellos und klug

Daniel und seine Gefährten sind für den königlichen Dienst ausgewählt, weil sie in das Profil passen, das Nebukadnezar vorgegeben hatte. Laut des Königs dürfen Palastangestellte „keinerlei Makel“ haben und sollen „von schönem Aussehen“ sein (Dan 1,4 EB). Interessanterweise sollten Opfer und Menschen, die im Heiligtum Dienst taten, „ohne Fehler“ sein (3 Mo 22,17–25; 21,16–24). Der babylonische König scheint sich selbst insofern mit dem Gott Israels gleichzusetzen, als er ähnliche Eigenschaften von denen fordert, die in seinem Palast dienen. Andererseits können derartige Eigenschaften unbewusst nahelegen, dass Daniel und seine Gefährten lebendige Opfer für Gott sind, indem sie den Herausforderungen des babylonischen Reiches entgegentraten.

Lies Galater 2,19–20; Matthäus 16,24–26 und 2. Korinther 4,17. Was sagen uns diese Verse darüber, wie wir Gott treu sein können, egal welchen Versuchungen wir uns gegenübersehen?

Gott belohnt die Loyalität der vier hebräischen Gefangenen, und am Ende ihrer zehntägigen Testphase sahen sie gesünder und wohlgenährter aus als die anderen Schüler, die vom königlichen Tisch gegessen haben. Gott gibt seinen vier Dienern also „Einsicht und Verständnis für die Wissenschaft und alle Schriften ihrer Zeit“ und Daniel allein schenkt Gott „die besondere Gabe, Visionen und Träume deuten zu können“ (Dan 1,17 NLB). Diese Gabe wird in Daniels prophetischem Dienst eine bedeutende Rolle spielen.

So wie Gott den Glauben seiner Diener am babylonischen Hof belohnt, schenkt er uns Weisheit, wenn wir den Herausforderungen der Welt gegenübertreten. Wir lernen aus der Erfahrung von Daniel und seinen Gefährten, dass es wirklich möglich ist, unbeeinträchtigt von den korrumpierenden Elementen unserer Gesellschaft zu bleiben. Wir lernen auch, dass wir uns nicht von der Gesellschaft und ihrem kulturellen Leben isolieren müssen, um Gott zu dienen. Daniel und seine Gefährten leben nicht nur mitten in einer Kultur, die sich auf Lügen, Irrtümer und Mythen gründet, sondern werden in diesen Lügen, Irrtümern und Mythen auch ausgebildet. Und doch bleiben sie Gott treu.

Egal wo wir leben, stehen wir vor der Herausforderung, dem treu zu bleiben, was wir glauben, und zwar inmitten kultureller und sozialer Einflüsse, die unserem Glauben widersprechen. Identifiziere die negativen Einflüsse deiner Kultur und frage dich: Wie gut kann ich sie abwehren?

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

Als Nebukadnezar in den ersten Regierungsjahren Jojakims Jerusalem zum ersten Male belagerte, eroberte und Daniel und seine Gefährten mit andern für den Dienst am Hofe zu Babylon Ausgesuchten wegführte, wurde der Glaube der hebräischen Gefangenen außergewöhnlich geprüft. Wer aber gelernt hatte, auf die Verheißungen Gottes zu bauen, fand in ihnen volles Genüge in allen Erfahrungen, durch die er während des Aufenthaltes im fremden Land gehen mußte. Die Heilige Schrift bewährte sich für ihn als Richtschnur und Stütze. {PK 300.2}

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