Gottes Herrschaft

Auf den ersten Blick beginnt das Buch Daniel mit der nüchternen Mitteilung einer Niederlage. Juda kapitulierte vor Nebukadnezar, und die Tempelgefäße waren von Jerusalem ins Land Schinar gebracht worden. Das Wort Schinar taucht in der Bibel in 1. Mose 11,2 als der Standort des Turmes zu Babel auf. Schinar ist ein beunruhigendes Vorzeichen, da es auf ein Projekt anspielt, das seine Wurzeln im offenen Widerstand gegen Gott hat. Und obwohl die Erbauer des Turmes von Babel bei ihrem Versuch scheiterten, den Himmel zu erreichen, legen die äußeren Umstände nahe, dass Nebukadnezar und seine Götter – im Land Schinar ansässig – den Bundesgott Israels überwältigt hatten.

Doch die Eröffnungszeilen des Buches Daniel machen deutlich, dass die Niederlage Jerusalems nicht der Supermacht des babylonischen Königs zugeschrieben wird; vielmehr geschah sie, weil „der Herr … Jojakim, den König von Juda, in seine Hand“ gab (Dan 1,2 EB). Schon wesentlich früher kündigt Gott an: Sollte sein Volk ihn vergessen und den Bund brechen, würde er sie als Gefangene in ein fremdes Land schicken. Daher weiß Daniel, dass hinter und über der militärischen Macht Babylons der Gott des Himmels den Lauf der Geschichte lenkt. Dieser eindeutige Blick auf Gottes Oberhoheit ist es, der diese jungen Männer aufrecht hält und ihnen die Stärke und den Mut gibt, den Versuchungen und dem Druck des babylonischen Reiches standzuhalten.

Lies 2. Könige 21,10–16; 24,18–20 und Jeremia 3,13. Warum gibt Gott Juda und Jerusalem in die Hände der Babylonier?

Während wir uns den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen, müssen wir uns die Wahrnehmung von Gott wieder zu eigen machen, die so lebendig im Buch Daniel widergespiegelt wird. Laut dieses Buches steuert der Gott, dem wir dienen, nicht nur die Kräfte der Geschichte durch seine Oberhoheit, sondern greift auch gnädig in das Leben seines Volkes ein, um ihm in Zeiten der Not die entscheidende Hilfe zukommen zu lassen. Wie wir später feststellen werden, wird Gott das, was er für die hebräischen Gefangenen tat, auch für seine Leute am Ende der Zeit ungeachtet der zahlreichen Angriffe auf sie und ihren Glauben tun.

Vor welchen Herausforderungen steht dein Glaube zurzeit, sei es von außerhalb oder innerhalb der Gemeinde oder aufgrund persönlicher Charakterschwächen? Wie kannst du lernen, dich auf Gottes Kraft zu verlassen, die dir hilft, all das zu überwinden, was vor dir liegt?

Zusätzliche Lektüre: Ausgewählte Zitate von Ellen G. White

“Es gibt viele, deren Herzen unter einer Last von Sorgen seufzen, weil sie den Standpunkt der Welt zu erreichen trachten. Sie haben ihren Dienst erwählt, ihre Schwierigkeiten auf sich genommen und ihre Gewohnheiten angenommen. Auf diese Weise wurde ihr Charakter befleckt und ihr Leben wurde ihnen zum Überdruß. Das fortgesetzte ängstliche Sorgen verzehrt die Lebenskräfte. Unser Herr möchte, daß sie dieses Joch der Knechtschaft ablegten. Er ladet sie ein, sein Joch auf sich zu nehmen: Er sagt: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Matthäus 11,30. Ängstliches Sorgen macht blind und kann die Zukunft nicht unterscheiden; aber Jesus sieht das Ende vom Anfang. In jeder Schwierigkeit hat er seinen Weg bereitet, um Hilfe zu bringen. „Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.“ Psalm 84,12. {FA 489.2}

Unser himmlischer Vater hat tausende Wege, für uns zu sorgen, von denen wir nichts wissen. Alle, die den einen Grundsatz annehmen, den Dienst Gottes allem anderen voranzustellen, werden die Schwierigkeiten gering und einen geraden Pfad für ihre Füße finden. {FA 489.3}”

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