Lehrerteil

Leittext: Offenbarung 4,8-11

Lehrziele

  • Erkennen: Echte Anbetung und ihre Rolle im großen Kampf zwischen Gott und Satan definieren.
  • Empfinden: Ehrfurcht und Dankbarkeit dafür verspüren, wer Gott ist und was er für einen getan hat.
  • Handeln: Gott mit Herz und Verstand anbeten.

Übersicht

  1. Erkennen: Echte Anbetung

    • Was bedeutet das Wort „Anbetung“? Welche Handlungen könnten Teil der Anbe-tung sein?
    • Wie können wir echte und falsche Anbetung unterscheiden?
    • Wie können wir sicherstellen, dass Gott im Zentrum unserer Anbetung bleibt?
    • Welche Rolle spielt Anbetung in jeder der drei Engelsbotschaften?
  2. Empfinden: Die Größe Gottes

    • Welcher Aspekt von Gottes Charakter bedeutet euch am meisten? Welcher Aspekt spricht euch in eurer heutigen Situation am meisten an?
    • Welche Empfindungen und Gefühle kommen euch in den Sinn, wenn ihr darüber nachdenkt, was Gott für euch tat?
  3. Handeln: Mit unserem ganzen Sein reagieren

    • Wie unterscheidet es sich, Gott mit unserem Herzen anzubeten, davon, Gott mit unserem Verstand anzubeten?
    • Wie sehen diese beiden Aspekte der Anbetung in der Praxis aus?
    • Wie ist es möglich, Gott groß zu machen, wenn wir ihn doch nicht vergrößern können? Was wird im Verlauf unserer Anbetung groß gemacht?

Zusammenfassung

Anbetung beinhaltet, Ehre zu erweisen und Respekt zu zeigen wie auch Dienen und Gehorsam. Der Charakter Gottes und seine Erlösungstaten rufen eine Reaktion der An-betung seiner Geschöpfe hervor, wenn sie gemeinsam ihre Abhängigkeit von Gott erkennen.

Studientext: Offenbarung 14,6-7

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

Echte Anbetung ist eine tief empfundene Reaktion darauf, wer Gott ist und was er für uns tat.

Hinweis für den Gesprächsleiter

In der Endzeit ist Anbetung ein entscheidendes Thema. Die Identität dessen, der angebetet wird, bestimmt unsere Loyalität. Betone zum Einstieg in das Bibelgespräch, wie wichtig es ist, richtig zu erkennen, wer angebetet wird.

Gespräch zum Einstieg

An einem Sommertag beschloss John, einige der vielen Pilze zu sammeln, die in der Nähe seines Hauses wuchsen. Er hatte einen Kurs über Pilze besucht und wusste einiges darüber, wie man Pilze erkennt. Er sah eine Gruppe Pilze, die er für essbar hielt, und sammelte sie für sein Abendessen. Er wollte sie zu Hause noch mit einem Bestimmungsbuch vergleichen, um sicher zu sein, dass sie nicht giftig waren. Aber als er nach Hause kam, wurde seine Zeit knapp, weil er noch eine Verabredung hatte. Weil er sich sicher war, dass die Pilze essbar waren, kochte und aß er sie. Aber John hatte die Pilze nicht richtig bestimmt. Er hatte eine gefährlich giftige Sorte gegessen, die die Leber angreift und häufig zum Tode führt. Acht Stunden später fing John an, sich zu übergeben. Untersuchungen zeigten, dass seine Leber und seine Nieren schwer geschädigt waren. John überlebte, aber sein Fehler hatte ihn fast das Leben gekostet.

Der Apostel Johannes mahnte uns, dass wir genauso sorgsam dabei sein müssten, festzustellen, wen wir anbeten. Gott ist der einzige, den wir anbeten sollen, und unsere Anbetung sollte unsere Treue ihm gegenüber widerspiegeln.

Gesprächsfragen

Warum war es so schwer, die essbaren von den giftigen Pilzen zu unterscheiden? Was hätte John benutzen können, um sie zu unterscheiden? Wie könnte eure Antwort euch beim Nachdenken darüber helfen, wie ihr zwischen echten und falschen Anbetungssystemen unterscheiden könnt?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Dieser Abschnitt der Studienbetrachtung beschäftigt sich mit dem Wesen der Anbetung und ihrer Rolle im Großen Kampf. Betone, dass es sehr wichtig ist zu verstehen, was echte Anbetung bedeutet, um Satan davon abzuhalten, uns mit gefälschten Formen der Anbetung zu täuschen. Achte darauf, dass die Gruppe nicht in Diskussionen über Anbetungsstile und persönliche Vorlieben abdriftet.

I. Das Wesen der Anbetung Denkt in der Gruppe über Offenbarung 4,8–11 nach.

Die Bibel verwendet im Griechischen und Hebräischen mehrere Wörter, um verschiedene Aspekte der Anbetung zu beschreiben. Die hebräischen Wörter für Anbetung betonen Ehre, Respekt und Ehrfurcht, indem sie sich auf Handlungen wie Verneigen, Niederwer-fen und anderweitiges sich vor anderen Personen Erniedrigen konzentrieren. Anbetung im Alten Testament ist jedoch nicht auf körperliche Handlungsweisen beschränkt. Sie schließt auch Vorstellungen des Gehorsams und Dienens ein, die die Realität unserer An-betung verdeutlichen. Jesaja machte ganz deutlich, dass das Abspulen einer Anbetungs-routine ohne Gehorsam überhaupt keine Anbetung ist (Jes 1,10–17; 58).

Im Neuen Testament finden wir eine ähnliche Vielfalt von Wörtern, die verneigen, verehren, Ehre erweisen und Hingabe zeigen oder dienen bedeuten können. Das häufigste Wort für Anbetung im Neuen Testament ist proskyneō, das wörtlich „Küssen in Richtung …“ bedeutet. Es spiegelt wahrscheinlich den Brauch wider, einem König oder Würdenträger Ehre zu erweisen, indem man sich vor ihm niederkniet und seine Füße küsst – eine Handlung, die als Eingeständnis von Abhängigkeit von der oder Unterwerfung unter die Autoritätsperson verstanden wird (siehe William F. Arndt, F. Wilbur Gingrich, Frederick

W.Danker und Walter Bauer, A Greek-English Lexicon of the New Testament and Other Early Christian Literature, Chicago, Illinois, 2000, S. 882). Wir können also annehmen, dass mit der Verwendung dieses Wortes für die Anbetung Gottes mehr als der tatsächliche Akt des Küssens oder Verbeugens gemeint ist. Gott anzubeten bedeutet, die Größe und Majestät Gottes anzuerkennen, zu verstehen, dass er der Schöpfer ist und wir Geschöpfe sind, und unsere Unwürdigkeit, Hilflosigkeit und absolute Abhängigkeit von ihm einzugestehen. Ein derartiges Eingeständnis beinhaltet auch die Bereitschaft, Gottes Herrschaft über unser Leben zu akzeptieren.

Echte Anbetung hat mehrere wichtige Merkmale. Zuerst und vor allem richtet sie sich an Gott und an ihn allein (5 Mo 6,13; Mt 4,10). Zweitens ist sie nie erzwungen. Sie ist eine spontane Reaktion auf den Charakter Gottes und seine Erlösungstaten für uns.

Sie entspringt dem Herzen und nicht den Erwartungen anderer. Drittens ist Anbetung nicht ledig lich eine Sabbatvormittagsaktion oder Teil eines Anbetungsgottesdienstes. Sie ist ein Lebensstil. Wir sollen unsere Reaktion darauf, was Gott für uns tat, leben und atmen. Die Wesen im Thronsaal beteten, wie in Offenbarung 4 geschildert, Tag und Nacht fortwährend an. Auch wenn eine derartig stark fokussierte Anbetung in unserem Leben nicht möglich ist, unterstreicht dieses Bild das Ideal, dass jedes unserer Worte und jede unserer Taten dem Namen Gottes Ehre bringen sollen.

Echte Anbetung hat das Potenzial, uns so zu vereinen, wie es anderweitig nicht möglich ist. Wenn wir unser Leben darauf ausrichten, das Zentrum unseres Glaubens anzubeten, werden wir weniger wahrscheinlich die Dinge wahrnehmen, die uns trennen. Ob wir alleine anbeten oder in einem Anbetungsgottesdienst – wir beten mit anderen Men-schen auf der ganzen Welt an und loben Gott. Somit gibt uns Anbetung die Gelegenheit zu erkennen, dass wir Teil von etwas sind, das über uns selbst hinausgeht. Gleichzeitig erinnert uns Anbetung an unsere Abhängigkeit von Gott. Stolz und Neid, die zu Disharmonie beitragen, lösen sich auf, wenn wir erkennen, dass wir alle von Gott abhängige Geschöpfe sind.

Zum Nachdenken

In welchem Sinn kann Gehorsam als Anbetung gesehen werden? Wie sieht ein Leben der Anbetung aus?

II. Anbetung und der Große Kampf Denkt in der Gruppe über Offenbarung 14,6–12 nach.

Wie wichtig es ist, echte Anbetung zu verstehen, wird durch die zentrale Rolle betont, die Anbetung in der Dreiengelsbotschaft und dem größeren Kontext des großen Kampfes zwischen Gott und Satan spielt. Der Kampf begann mit Satans Rebellion im Himmel und seinem stolzen Vergleich von sich mit Gott (Jes 14,14). Der kosmische Krieg setzt sich damit fort, dass Satan den Charakter Gottes hinterfragt. Während Gott seinen Charakter durch das Ausgießen von Liebe und Gnade zeigt – was eine Anbetungsreaktion hervorruft –, ruft Satan Anbetung durch Täuschung hervor. Satan strebt danach, den Fokus von Gott wegzulenken, indem er ein alternatives Anbetungssystem etabliert. Die Botschaft des ersten Engels ist eine Erinnerung daran, dass der einzige, der Anbetung verdient, Gott ist, der Schöpfer des Universums. Den Sabbat am siebten Tag, den Gott heiligte, zu halten, ist ein Akt der Anbetung und Loyalität gegenüber Gott. Die Bedeutung auf den Tag der Anbetung zu begrenzen heißt jedoch, die umfassende Tragweite der Botschaft nicht zu erfassen. Anbetung des Schöpfers geschieht nicht nur dadurch, dass man ihn an dem von ihm festgesetzten Tag direkt anbetet, sondern auch indem man seine Schöpfung wertschätzt. Man kann nicht den Schöpfer anbeten, während man das, was er schuf, zerstört und missbraucht. Die Botschaft des zweiten Engels zeigt die Liebe und Gnade Gottes und ist für diejenigen Warnung, die von gefälschten Ansätzen von Erlösung und Anbetung verführt wurden. In der Botschaft des dritten Engels sehen wir schließlich, dass es letztendlich zum Tod führt, wenn man sich für den falschen Zielpunkt der An-betung entscheidet, während die Entscheidung, Gott allein anzubeten, zum Leben führt. Weil Gott der Schöpfer und Erhalter des Lebens ist, würden wir nicht weniger erwarten. Wenn wir von der Quelle des Lebens getrennt sind, gibt es nur den Tod.

Zum Nachdenken

Warum steht eurer Meinung nach Anbetung im Mittelpunkt der Dreiengelsbotschaft? Wie könnt ihr sicher sein, dass ihr den Schöpfer anbetet und nicht auf eines der Systeme Satans, die euch davon abhalten sollen, hereinfallt? Inwiefern bringen uns die Botschaf-ten der drei Engel in Einheit zusammen?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Wir beschränken Anbetung oft auf das, was am Sabbatvormittag geschieht. Doch Anbe-tung ist viel mehr. Hilf den Gesprächsteilnehmern, die umfassenderen Dimensionen der Anbetung herauszufinden.

Fragen zur Anwendung

  1. Anbetung ist viel mehr als Liedersingen und Beten. Warum denken wir eurer Meinung nach selten außerhalb des Sabbats und anderer Gottesdienste über Anbetung nach?
  2. Warum sehen manche Menschen eurer Meinung nach in Anbetungsgottesdiensten keinen Sinn? Wie kann das mit dem Rest ihrer Woche zusammenhängen?
  3. Wie können wir Anbetung zu einem Lebensstil machen?
  4. Ist eure momentane Teilnahme an Anbetungshandlungen eine Reaktion eures Her-zens?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Wir sind aufgerufen, Gott, der uns schuf und erlöste, anzubeten. Die aufgeführten Aktionen helfen den Teilnehmern, sich auf Gott, das Zentrum unserer Anbetung, zu konzentrieren.

Aktionen

  1. Erstellt eine wechselseitige Lesung für einen Anbetungsgottesdienst, die hilft, sich auf verschiedene Aspekte von Gottes Charakter zu konzentrieren.
  2. Plant eine Gebetsnacht. Strukturiert sie so, dass die Teilnehmer im Lauf des Abends regelmäßig einen klaren Fokus auf das Gebet gezeigt bekommen, und variiert bei jedem Schritt die Methode des Betens.
  3. Hört euch ein Lied an, das Gottes Größe und Majestät lobt. Betet dann dafür, dass Gott euch hilft, seine Schönheit und seinen Charakter auf neue Weise zu erleben.
  4. Zeige der Gruppe einen Korb mit üblichen Haushaltsgegenständen. Fordere sie auf, darüber nachzudenken, wie man Gott mit diesen Gegenständen vergleichen könnte. Dankt Gott anschließend dafür, dass er euch hilft, die vielen Dimensionen seines Wesens und Charakters im Bewusstsein zu halten.

08/12/2018

Einheit in Anbetung

09/12/2018

Unseren Schöpfer und Erlöser anbeten

10/12/2018

Falsche Anbetung

11/12/2018

Die Botschaft des ersten Engels

12/12/2018

Bibelstudium und Gemeinschaft

13/12/2018

Brotbrechen und Gebet

14/12/2018

Weiterführendes Studium